So hier nun mein Review zum neuen Subway To Sally Album: Kreufeuer.
Es ist nur das 10 Studioalbum und man ist natürlich versucht zu fragen: „Quo vadis Subway To Sally?“, denn den beiden letzten Alben fehlte das gewisse etwas, dass die Vorgänger alle so unvergleichlich und besonders gemacht hat.
Das fing mit Nord Nord Ost an, dass nur 8 richtige Songs hatte und 2 Davon absolute Live Nummern sind, die auf dem Album ziemlich deplaziert wirkten. Bastard dagegen krankte an anderen Problemen, vorallem an uninsprierten, rammsteinartigen Riffs und merkwürdigen Texten. Es wurde zwar immer wieder in Interviews gesagt, dass vor allem Ingo einen Durchhänger hatte aber man kommt nicht drum rum dies auch Bodenski zu unterstellen.
Nun zum neuen Werk. Ich geh einfach mal auf jeden Song einzeln ein.
1. Aufstieg:
Solder Album Opener. Der chromatische Aufstieg weiß zu gefallen und das Lied wirkt so etwas wie die Brücke zwischen dem neuen Subway und dem Alten Subway. Ganz perfekt ist es mMn trotzdem nicht, da mir nach dem „Bis zu Sonne“ irgendwas fehlt. Ich denek immer „da müsste es doch jetzt so weitergehen. Aber sonst nix zu beanstanden. 8/10
2. Judaskuss:
Orientalische Melodien, Die Geschichte des Judas mal anders erzählt, stellenweise an das tolle Unsterblich erinnernd. Ebenfalls ein sehr solider Song, dem aber ähnlich wie Aufsteig noch das gewisse Etwas zur Perfektion fehlt. Musikalisch biedes daher auf Bastard Niveau, textlich aber schon mal besser. 7/10
3. Besser, Du Rennst:
Das 1. Highlight des Album. Sehr eingängig, sehr rockig, etwas Folk im Hintergrund. Gibt sonst nicht viel zu Sagen. Ist wieder mal die poppigste Nummer und daher auch die Single mit Video aber gefällt deutlich besser als Sieben und Auf Kiel. 9/10
4. So Fern So Nah:
Die erste Balladeske Nummer. Würde ich ebenfalls als solide bezeichnen, aber das Lied wirkt etwas Monoton auf mich. Nicht schlecht, aber auch nix weltbewegendes. Die Akustikversion aus dem Sonic Seducer weiß allerding etwas besser zu gefallen. 7/10 (Normal), 8/10 (Akkustik)
5. Die Jagt Beginnt:
Das 2. Highlight des Albums. Das Lied hat zwar einen simplen Text, an dem es aber sonst nix auszusetzten gibt und der refrain lädt einfach zum Mitgrölen ein. So muss eine mitreißende Nummer aussehen. 9/10
6. Einsam:
DAS Überlied des Albums. So wüsch ich mir Subway To Sally immer. fantastische Melodie im Refrain, großartiger Geigeneinsatz und toller Text mit dem ich mich identifizeren kann. 10/10
7. Komm in meinen Schlaf:
Schwierig, schwierig. Die „Eisblume ist hier Erics Duettpartnerin. Ihre Zerbrechliche Stimme passt ganz gut in ihre Rolle und die Töne trifft sie deswegen gibts hier keine Abzüge. Dennoch ist das Lied eher Schwach. Es wird diffus zwischen Laut und Leisen teilen gewechselt und auch Erics Teil weiß nicht ganz zu gefallen. Der Text ist nicht der beste, was das ganze zusätzlich erschwert. Nur 6/10
8. Angelus:
Hier wird wieder was für die Ohren geboten. Der Text klingt etwas klebrig auf dem Papier aber im Lied funktioniert er wunderbar. Das Lied wird leicht irisch klingend eingeleitet und wenn Eric zum Refrain ansetzt, geht einem das Herz auf. Er sing wieder hoch und schmachtet seinen Engel richtig an. Auch hier sind die Streicher wieder positiv hervorzuheben. 9/10
9. Krähenkönig:
Wieder eine orientalische Melodie. Das Lied rock auch ohne Strom ganz gut und der Text ist gewohnt gut. Ausnahmsweise ist hier der Refrain einfach nicht mein Ding während die Strophen einwandfrei sind. 7/10
10. Niemals:
Ähnlich wie den ersten 2 Titeln kann man das Lied als solide Nummer bezeichnen, allerdings fehlt hier beim Refrain das gewisse etwas. Die Strophen und die folkigen Zwischenteile sind jedoch klasse. 8/10
11. Versteckt:
Hier ist die obligatorische Akkustikballade aber im Gegensatz zum kitischigen und langweiligen Wehe Stunde auf Bastard haben wir hier einen super Text und ein echt geniales Stück Musik. Gänsehaut pur und Eric sing schon wieder hoch. 9/10
12. Vater:
Der Abschluss des Albums. Bombastisch und man redet wieder mit Gott, was ein wenig an Abendland erinnert. Doch die Ausgangslage ist hier anders. Eric schlüpft in die Rolle eines Menschen, der von Gott verlangt ihn „Reich und Glücklich“ zu machen und ihm alle Sünden zu vergeben ohne eine Gegenleistung bringen zu müssen. Gott ist für ihn also nur Mittel zum Zweck. Er will nicht diehen sonder bediehnt werden. Interessanter Ansatz und passend vertont. Denn das Stück klingt sehr Dekadent und trägt dick auf. Ich Denke, das Stück ist eine Kritik an allen Menschen, die eigentlich gar nichr Religiös sind aber aus Faulheit und vielleicht auch Angst sich zu Weihnachten in die Kirche begeben. Sie vermeiden es offen Stellung zu beziehen und erwarten für ihre „treue“ zum Glauben auch noch Belohnung. Ich kann diese Anklage als bekennender Atheist natürlich voll unterstützen, denn jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und durch gelegentliches beten fürs Nichtstun belohnt werden zu wollen ist doch sehr dreist. Guter Song. 9/10
Fazit: Insgesammt wohl eine Steigerung zu Bastard allerding immernoch von den alten Glanztaten entfernt. Aber STS ist auf dem richtigen Weg.
8,2/10